Bahnhof


Bahnhof Halsenbach

Die Geschichte des Bahnhofs Emmelshausen beginnt, bevor es einen Ort dieses Namens überhaupt gab.
Im Jahr 1908 wurde der Bahnhof als "Halsenbach" eröffnet, etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Die Bahn macht wegen der Topographie einen großen Bogen um den Ort.
Die Station liegt auf 463,8m über N.N. und am Streckenkilometer 38,1 (ausgehend von Simmern).

Empfangsgebäude und Güterschuppen entsprechen dem typischen Baumuster für kleine Haltestellen, wie es auch an anderen Bahnhöfen der Strecke und vielfach in der Region zu finden ist.


Bahnhof Halsenbach kurz nach der Eröffnung (historische Ansichtskarte)

Das Umfeld des Bahnhofes entwickelte sich gleich nach Betriebsbeginn gut. Im Jahre 1911 wurden bereits Erweiterungen der Gleisanlagen vorgenommen. Eine Mineralwasserfabrik eröffnete 1910 ein Versandhaus mit Gleisanschluss, 1914 kam ein Zementgusswerk hinzu. 1924 folgte eine Textilproduktion, 1934 die Molkereigenossenschaft am Bahnhof und 1939 die Firma Schank Stahlbau. Seit den 1920er-Jahren gab es außerdem eine Bahnhofswirtschaft.


Emmelshausen entsteht

Am 17. Mai 1935 erfolgte die Gründung der Gemeinde Emmelshausen aus dem mittlerweile stark gewachsenen Ortsteil Halsenbach Bahnhof. Damit wurde auch der Bahnhof umbenannt und erhielt seinen heutigen Namen.


Bahnhof Emmelshausen um 1950 (historische Ansichtskarte)

Betrieblich wurde der Bahnhof nach der Fahrdienstvorschrift bedient. Es gab Einfahrsignale aus beiden Richtungen, Abfahraufträge wurden direkt vom Fahrdienstleiter erteilt.
Die Gemeinde wuchs stetig weiter, bis Anfang der 1960er-Jahre änderte sich am Bahnhof wenig.


Alltag um 1954 (Fotograf: D. Kaiser)

Ende der 1950er-Jahre lösten Schienenbusse die Dampfloks im Personenverkehr ab.


Der Niedergang der Bahn

1962 wurde die Strecke Simmern - Boppard auf vereinfachten Nebenbahnbetrieb (Zugleitbetrieb) umgestellt. Ein zentraler Zugleiter in Kastellaun überwachte den gesamten Betrieb.
Der Fahrdienstleiter Emmelshausen entfiel damit, Weichen wurden vom Zugpersonal bedient. Am Verkehr änderte das zunächst wenig.


Ladegeschäft an der Güterabfertigung am 10.06.1972 (Fotograf: Sigmund Frhr. v. Rotberg)

Erst 1983 erfolgte die Stilllegung des Abschnitts Simmern - Emmelshausen im Personenverkehr.


Der letzte Personenzug nach Simmern am 28.05.1983 (Fotograf: Andreas Tscharn)

Gleichzeitig wurden die Schienenbusse abgelöst und das Reststück mit Loks der BR 213 und Wendezügen bedient. Mit dieser Steilstreckenlok wurde auch der zuletzt noch sehr spärliche Güterverkehr Richtung Boppard abgewickelt.
Am 25.09.1988 schloss die Fahrkartenausgabe Emmelshausen ihren Schalter.


Bahnhof Emmelshausen am 12.08.1990 (Fotograf: Arnd Lewandowski)

Loks der BR 215 und 218 ersetzten 1995 die 213 und der Güterverkehr verschwand kurz darauf komplett.

Modernisierung

Im Jahr 2010 wurde der Bahnhof komplett umgebaut. Neben dem Streckengleis mit Bahnsteig existiert auch noch ein Umfahrgleis mit zwei Weichen. Damit darf sich die Station weiterhin "Bahnhof" nennen und wurde nicht zum Haltepunkt herabgestuft. Wenig später übernahm Rhenus Veniro mit modernen Triebwagen vom Typ RS1 den Betrieb.


Die moderne Station (Fotograf: Christian Zell)

Mit den modernen und sauberen Bahnsteigen, dem denkmalgeschützten Ensemble Empfangsgebäude und Güterschuppen sowie der guten Verkehrsanbindung befindet sich hier ein Aushängeschild für die Kleinstadt.
Im Jahr 2013 suchte die Verbandsgemeinde nach der Übernahme der Güterhalle nach einer neuen Nutzung für das Gebäude. Parallel dazu gelang es einigen Eisenbahnfreunden, das kleine Stellwerk zu erhalten.
Gemeinsam entstand die Idee eines Hunsrückbahn-Museums, welches in den folgenden drei Jahren aufgebaut wurde.


Der Bahnhof Emmelshausen aus der Vogelperspektive (Fotograf: Christian Zell)

Bildergalerie von Christian Zell: Der Bahnhof Emmelshausen heute