Projekt Pwghs 054


Pwghs?

Bis in die 1970er-Jahre wurden Güterzüge regelmäßig Begleitwagen angehängt. Dort konnte das Zugpersonal (Zugführer, Rangierer, Wagenmeister etc.) mitreisen. Die ersten dieser Fahrzeuge enstanden aus Packwagen, daher die Gattungsbezeichnung Pwg: Packwagen für Güterzüge.

Der Pwghs 054 (h = Wagen mit Dampfheizleitung, s = zugelassen bis 100km/h) wurde in den 1950er-Jahren beschafft. Seine Basis bildete ein normaler gedeckter Güterwagen, die Einrichtung entstammte teilweise dem Umbauwagenprogramm.


Besonderheit Steilstreckenbegleitwagen

Da auf der Hunsrückbahn-Steilstrecke die Lok aus Sicherheitsgründen traditionell talseitig stehen musste, konnten bergwärts fahrende Züge nur geschoben werden. Im Bahnhof Boppard waren daher zwei spezielle Pwghs 054 stationiert, die zusätzlich ein Frontfenster für den Streckenblick und einige betriebliche Einrichtungen wie Bremsventil und Pfeife besaßen. Es handelte sich sozusagen um sehr einfache Steuerwagen.



Der Wagen 42 80 950 5 975-7 war bis Mitte der 1990er-Jahre im Einsatz. Dann stellte die BOMAG als letzter Güterkunde das Ladegeschäft in Buchholz ein. Das Fahrzeug stand zunächst lange in Boppard und wurde durch hereinlaufendes Wasser beschädigt. Schließlich landete es bei der EVG in Linz/Rhein, stand dort aber mangels Aufarbeitungsmöglichkeit ungenutzt herum.


Rettung und Aufarbeitung

Das Team des Hunsrückbahnmuseums hat sich seit Sommer 2016 dem Wagen angenommen. Zusammen mit den Werkstattmitarbeitern der EVG wollen wir ihn erhalten und im Originalzustand präsentieren, womit wir direkt ein perfektes Fahrzeug für Sonderfahrten auf der Hunsrück- und der Kasbachtalbahn hätten.


Bautagebuch

01.10.16
Nach Ausbau des Bodens ist der Wagen nun fast vollständig vom Holz befreit, das Stahlgerüst ist zur Weiterbehandlung bereit.


Stahlgerippe

06.09.16
Die Seitenwände wurden komplett entfernt. Es fehlen noch Teile des Bodens, dann ist der Wagen fertig zur Entrostung.

23.08.16
Nachdem feststand, daß wegen des teilweise weggefaulten Bodens die Kabine komplett raus muss, wurde kurzerhand beschlossen, auch die Seitenwände zu demontieren und das Stahlgerüst später zu sandstrahlen. Die Entfernung der Holzwände ist bereits knapp zur Hälfte abgeschlossen.


Blick in den Wagen nach dem zweiten Arbeitseinsatz

20.08.16
Beim ersten Arbeitseinsatz wurden zunächst die Anschriften vermessen und dokumentiert. Dann haben wir mit der Entkernung begonnen. Das marode Dach wurde komplett entfernt, sowie Teile der Kabine.


Der Wagen nach dem ersten Arbeitseinsatz